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Sommerberg-Rechtsanwalt André Krajewski rät den im Ausland lebenden Deutschen zum Handeln: „Da die EU-Verordnung zum Erbrecht oft ungewollte Folgen hat, sollten vor allem Deutsche, die außerhalb Deutschlands leben, ihren Nachlass jetzt richtig planen.“ Stichtag ist der 17. August 2015.

Die Erbrechtsverordnung der Europäischen Union (EU) mit der Nr. 650/2012 (EU-ErbVO) ist bereits am 16. August 2012 in Kraft getreten und gilt für alle Erbfälle ab dem 17. August 2015.

Die EU-Erbrechtsverordnung soll für eine verbesserte Abwicklung von Nachlasssachen mit Auslandsbezug in der Europäischen Union sorgen. Sie ist für alle Mitgliedsstaaten der EU anwendbar mit Ausnahme von Großbritannien, Irland und Dänemark. Von Bedeutung ist dieses neue Erbrecht für alle Europäer, die in einem anderen EU-Staat als ihrem Heimatland leben. Dies sind über 12 Millionen Menschen, darunter auch zahlreiche deutsche Staatsbürger.

Nach den Regelungen der EU-Erbrechtsverordnung ist künftig der Ort des gewöhnlichen Aufenthalts des Erblassers das einzige Kriterium, um festzulegen, welche Behörde bei einer grenzübergreifenden Erbsache zuständig und welches Recht anzuwenden ist.

Die EU-Erbrechtsverordnung sieht vor, dass für Erbfälle ab 17. August 2015 das Erbrecht des Staates Anwendung findet, in dem der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte.

Die hohe Relevanz des neuen Erbrechts für viele Deutsche mit Auslandsbezug zeigt sich an dem folgenden Beispielsfall:

Herbert und seine Ehefrau Inge sind deutsche Staatsbürger. Nachdem sie das Rentenalter erreicht haben, sind sie nach Mallorca gezogen, um ihren wohlverdienten Ruhestand zu genießen. Im November 2015 verstirbt Herbert. Da Herbert seinen gewöhnlichen Aufenthalt nicht mehr in Deutschland hatte, sondern in Spanien, wird der ganze Erbrechtfall nach spanischem Recht geregelt. Dies bedeutet, es gilt auch die spanische und nicht die deutsche Erbfolge. Auch sind die spanischen Behörden für den Erbfall zuständig.

Diese EU-Regelung ist aber in den meisten Fällen weder vom Erblasser noch von den Angehörigen erwünscht. Wer im Ausland wohnhaft ist, kann daher festlegen, dass das Recht seiner Staatsangehörigkeit auf seinen gesamten Nachlass anwendbar sein soll.

Rechtsanwalt Krajewski erklärt dazu: „Wir raten dringend allen Deutschen, die auch viel Zeit in anderen Ländern der EU verbringen, etwa in Spanien oder Italien, rechtzeitig vor dem Stichtag 17. August 2015 den Nachlass richtig zu planen. Betroffene sollten mit anwaltlicher Hilfe durch entsprechende Regelungen bestimmen, dass für ihren Todesfall deutsches Recht gelten soll, wenn sie kein ausländisches Recht wünschen. Eine solche Bestimmung muss inhaltlich richtig formuliert sein. Außerdem sind Formvorschriften zu beachten. Wir kümmern uns darum für unsere Mandanten.“

Im Dezernat für Erbrecht der Kanzlei Sommerberg erfolgt kompetente Rechtsberatung zu allen Fragen des Erbrechts durch ein erfahrenes Anwaltsteam.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie Ihren Nachlass planen wollen oder eine Beratung oder Vertretung in einer Erbsache wünschen. Wir helfen gerne auch Ihnen. Schildern Sie uns einfach Ihr Anliegen.

Ihr Ansprechpartner ist Herr Rechtsanwalt André Krajewski. Die Tätigkeitsschwerpunkte von Herrn Krajewski sind das Erbrecht sowie das Bank- und Kapitalmarktrecht. Telefon: 0421/3016790, E-Mail: info@sommerberg-llp.de

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