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Eine Erbengemeinschaft kann von einem Abwesenheitspfleger, der seine Pflichten verletzt, Schadensersatz verlangen. Das hat aktuell das Oberlandesgericht Brandenburg entschieden (OLG Brandenburg, Urteil vom 4. November 2014 – Az. 3 U 156/11).

Nachdem der Erblasser verstorben ist, wurde aus mehreren Miterben eine Erbengemeinschaft gebildet. Das Vormundschaftsgericht hat für den Erblasser einen Rechtsanwalt zum Abwesenheitspfleger bestellt. Die Aufgabe dieses Abwesenheitspflegers war der Verkauf eines vom verpachteten Grundstücks, das zur Erbmasse gehörte. Der Abwesenheitspfleger verkaufte auch tatsächlich das Grundstück. Das hätte er aber nicht dürfen.

Ein Miterbe verlangte nunmehr Schadensersatz, weil der vom Abwesenheitspfleger erzielte Kaufpreis viel zu gering war. Das Oberlandesgericht Brandenburg entschied, dass der Abwesenheitspfleger regresspflichtig ist. Das Gericht begründet dies wie folgt:

Der Abwesenheitspfleger hat seine Amtspflichten verletzt (Verstoß gegen §§ 1911, 1915, 1833 BGB). Rechtsgeschäfte wie einen Grundstücksverkauf darf ein Abwesenheitspfleger nur tätigen, wenn sie eine ordnungsgemäße Sicherung, Erhaltung und Verwaltung des Vermögens aus Sicht der Anwesenden rechtfertigen. Im vorliegenden Fall war der Grundstücksverkauf aber nicht zu rechtfertigen, weil das Grundstück durch die Pachteinnahmen sogar Einkünfte brachte. Es gab auch keine Gefahr eines künftigen Wertverlustes des Grundstückes. Der Verkauf war auch nicht zweckmäßig, da es keine Schulden gab, die unbedingt mit dem erzielten Kaufpreis hätten getilgt werden müssen.

Wenn Sie Fragen zum Erbrecht haben, dann nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf. Ihr Ansprechpartner ist Herr Rechtsanwalt André Krajewski. Die Tätigkeitsschwerpunkte von Herrn Krajewski sind das Erbrecht sowie das Bank- und Kapitalmarktrecht. Telefon: 0421/3016790, E-Mail: info@sommerberg-llp.de

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